Ludwig Richter. Ein deutscher Maler und Hausfreund. by Johannes Ninck

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Ninck, Johannes, 1863-1939 Ninck, Johannes, 1863-1939
German
Ever wonder about the person behind the art? You know those idyllic German landscapes and cozy family scenes from old prints? That's Ludwig Richter's world. But this book isn't just a dry art history lesson. It's the story of a man who was more than a painter—he was a 'Hausfreund,' a friend of the family, whose work was meant to hang in your home and speak to your heart. Johannes Ninck pulls back the curtain on a 19th-century artist who chose warmth and simplicity over grand, dramatic themes. It’s a quiet rebellion against the art trends of his time, and a fascinating look at how one man's gentle vision became part of a nation's idea of home.
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Umrissen aufs Papier bringen; das nennt man einen Entwurf, eine Skizze. Der erste Entwurf gefiel ihm nicht und er versuchte einen zweiten, dritten Entwurf. So hat er für ein einziges Bildchen manchmal 5 bis 10 Skizzen gemacht, bis es ihm endlich gefallen und gelingen wollte. Solche Bilder zu schaffen, wie wir sie hier vor uns sehen, dazu gehört nicht blos viel Arbeit, nicht blos eine lange Übung und Ausbildung, sondern vor allem eine große Kunst! Und nun denke, der Mann, der uns die 50 Holzschnitte dieses Heftes gezeichnet, hat im Ganzen 3334 solcher Holzschnitte geschaffen! und viele sind noch weit größer und figurenreicher als die in unserm kleinen Buche enthaltenen. Das muß ein fleißiger Mann gewesen sein! Wie heißt er nur? Auf vielen seiner Holzschnitte findet man an irgend einem verborgenen Plätzchen ein L. R. stehen, das bedeutet: Ludwig Richter. Außer jenen Holzschnitten hat dieser große weltberühmte Künstler auch noch prächtige farbige Ölgemälde und andere Arten von Bildern, z. B. sog. Radierungen, Stahlstiche, in Menge hervorgebracht. Am liebsten aber hat er Bücher mit Bildern geschmückt, und am allerliebsten für die Jugend. So hat er zum Robinson Crusoe und zu manchem Märchenbuch die Bilder gezeichnet. Es ist gewiß Niemand unter meinen Lesern, der nicht schon Illustrationen von der Hand dieses trefflichen Meisters Ludwig Richter gesehen und sich daran erfreut hätte. Mir ist er ein lieber Freund gewesen von Jugend auf, und ich habe ihn auch persönlich gekannt. Jetzt weilt er schon manches Jahr nicht mehr unter den Lebenden. Ich will ein wenig aus seinem Leben, besonders von seiner reichbewegten Jugend, erzählen. [Illustration] [Illustration] 1. Ludwig Richters Elternhaus. Dresden, die sächsische Residenz, ist schon von manchem Reisenden für die schönste Stadt Deutschlands erklärt worden. Einmal nämlich liegt sie am herrlichen Elbestrom, unweit den waldigen Bergen der sächsischen Schweiz und des Erzgebirges, und zum andern zeichnet sie sich aus durch fürstliche Gebäude und reiche Kunstschätze. In dieser Stadt wurde Adrian Ludwig Richter am 28. September 1803, also am Tage vor Michaelis, geboren. Sein Vater war ein unbemittelter Landschaftszeichner und Kupferstecher; zu dem Ältesten, Ludwig, gesellten sich später noch 2 Söhne und eine Tochter. Vom Vater her sollte Ludwig eigentlich katholisch erzogen werden; weil jedoch seine Mutter evangelisch war und blieb, so fühlte er sich auch in der evangelischen Kirche heimisch. [Illustration] [Illustration] [Illustration] Zu den größten Freuden gehörte es für den kleinen Ludwig allemal, die Großeltern Müller zu besuchen, die in Dresden ein kleines Kaufmannslädchen und ein Haus mit sehr großem Garten besaßen. Auf dem Wege dahin kam der dreijährige einst an einem schönen Rasenplatz vorüber mit vielen blauen Glocken- und Sternblumen, die ihn aufs allerlebhafteste fesselten. Als er nach dem Kaffee beim Großvater einen Augenblick sich selbst überlassen war, fielen ihm die lieblichen Blümlein wieder ein, die ihm solche Freude bereitet hatten. Flugs machte er sich auf, wackelte vertrauensselig durch mehrere einsame Gassen zurück zu dem schönen Rasenplatz, und pflückte für Großpapa einen großen Strauß; aber statt nun dessen Haus wieder zu finden, trippelte er in der entgegengesetzten Richtung immer fort. Um Mitternacht stand das kleine Männlein, den Blumenstrauß immer noch fest in der Hand mitten auf dem mondscheinbeleuchteten Marktplatz vor dem Rathause, ein winziges ängstliches Figürchen auf dem weiten öden Platze -- da kam der Rettungsengel in Gestalt eines Nachtwächters, den Dreimaster auf dem Kopfe und den Säbel an der Seite, und trug den Flüchtling zu der in Todesängsten schwebenden Mutter, die ihren Verlust bereits auf dem Rathause gemeldet hatte. Dies Erlebnis bildete eine der frühesten unauslöschlichen Erinnerungen Ludwig Richters. [Illustration] Wie viele Herrlichkeiten gab es doch bei den Großeltern! Schon das Kauflädchen war ein höchst interessantes Heiligtum: Das Fenster außen...

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This book is a biography of the 19th-century German painter and illustrator Ludwig Adrian Richter. But it frames him in a unique way: not just as an artist, but as a 'Hausfreund'—a friend of the household. The story follows Richter's life and career, showing how he moved away from the popular, grandiose history paintings of his era. Instead, he found his calling in creating accessible, heartwarming scenes of forest life, fairy tales, and domestic peace. His work, especially his famous illustrations, was designed to be printed and owned by ordinary families, bringing art into everyday life.

Why You Should Read It

I loved how this book changed my perspective. We often put artists on pedestals, but Ninck shows us Richter as a man who believed art should be for everyone. His mission was to create beauty you could live with. Reading it feels like discovering the origin story of a certain nostalgic, cozy feeling we associate with old Germany. It’s about the power of quiet, familiar beauty in a world that often shouts for attention.

Final Verdict

Perfect for anyone who loves art history but prefers human stories over technical analysis. If you’re curious about 19th-century German culture, enjoy illustrated books, or simply appreciate stories about people who follow their own gentle path, you’ll find a friend in this book. It’s a warm, insightful portrait of an artist who defined coziness for a generation.



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Mark Anderson
5 days ago

I went into this with no expectations and the character development is subtle yet leaves a lasting impact. It exceeded all my expectations.

Richard Smith
4 months ago

I came across this while researching and the organization of topics is intuitive and reader-friendly. This deserves far more attention.

Aiden Roberts
3 months ago

Having read this twice, the emotional weight of the story is balanced perfectly with moments of levity. Thanks for making this available.

Nancy Torres
2 weeks ago

To be perfectly clear, the presentation of ideas feels natural and engaging. I finished this feeling genuinely satisfied.

Noah Lee
3 months ago

This quickly became one of those books where the attention to historical detail adds a layer of realism that is rare. I learned so much from this.

5
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